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Verordnung
über die
Fortbildung der Pfarrer und Pfarrerinnen
in der Evangelisch-reformierten Kirche

vom 8. August 2010
in der Fassung vom 19. März 2012

(GVBl. Bd. 19 S. 151, 307, 315)

Aufgrund von § 23 des Pfarrdienstausführungsgesetzes erlässt das Moderamen der Gesamtsynode zur Ausführung von § 55 Absatz 3 Pfarrdienstgesetz der EKD die folgende Rechtsverordnung:
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§ 1

( 1 ) Pfarrer und Pfarrerinnen sollen alle drei Jahre an einer von der Evangelisch-reformierten Kirche anerkannten mehrtägigen Fortbildungsveranstaltung teilnehmen.
( 2 ) 1 Bei Fortbildungsveranstaltungen
  1. des Gemeinsamen Pastorenkolleg Villigst,
  2. des Coetus evangelisch-reformierter Prediger und Predigerinnen in Ostfriesland und
  3. der Classis der reformierten Predigerinnen und Prediger in der Grafschaft Bentheim
handelt es sich grundsätzlich um anerkannte Fortbildungsveranstaltungen. 2 Maßnahmen anderer Veranstalter können nach erfolgter Prüfung durch den Kirchenpräsidenten oder die Kirchenpräsidentin anerkannt werden. 3 Eine Anerkennung kann nur vor Beginn der Fortbildungsveranstaltung ausgesprochen werden.
( 3 ) Mehrtägige Fortbildungsveranstaltungen umfassen mindestens zwei aufeinander folgende Kalendertage.
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§ 2

( 1 ) 1 Die Teilnahme an einer mehrtägigen anerkannten Fortbildungsveranstaltung ist dem Kirchenpräsidenten oder der Kirchenpräsidentin mindestens sechs Wochen vor Beginn der Veranstaltung anzuzeigen. 2 Er/Sie erteilt daraufhin Dienstbefreiung für die Teilnahme an der Fortbildungsveranstaltung nach Maßgabe dieser Verordnung und bestätigt schriftlich die Übernahme der angemessenen Veranstaltungskosten durch die Gesamtsynodalkasse.
( 2 ) 1 Innerhalb eines Kalenderjahres kann für maximal zehn Fortbildungstage Dienstbefreiung erteilt werden. 2 Der Kirchenpräsident oder die Kirchenpräsident kann im Einzelfall Ausnahmen zulassen.
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§ 3

( 1 ) 1 Nach Abschluss einer Fortbildungsveranstaltung ist der Pfarrer oder die Pfarrerin verpflichtet, dem Kirchenpräsidenten oder der Kirchenpräsidentin eine Teilnahmebescheinigung vorzulegen. 2 Die Bescheinigung ist in die Personalakte des Pfarrers oder der Pfarrerin aufzunehmen.
( 2 ) Nach Abschluss einer Fortbildungsveranstaltung sind die Teilnehmenden verpflichtet, ihrer Pfarrkonferenz zeitnah in geeigneter Weise über die Fortbildung zu berichten.
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§ 4

1 Abweichend von § 1 Absatz 1 sind Pfarrer und Pfarrerinnen innerhalb der ersten fünf Jahre nach Berufung in das Pfarrdienstverhältnis auf Probe verpflichtet, an dem Fortbildungsprogramm „Fortbildung in den ersten Amtsjahren (FEA)“ des Gemeinsamen Pastorenkollegs Villigst teilzunehmen. 2 Zusätzlich besteht die Verpflichtung, innerhalb dieser Frist an Fortbildungsveranstaltungen des Landeskirchenamtes für Berufseinsteiger teilzunehmen.
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§ 5

Pfarrer und Pfarrerinnen, welche nicht innerhalb der festgelegten Fristen an Fortbildungsveranstaltungen nach § 1 Absatz 1 oder § 4 teilnehmen, haben dies zu begründen.
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§ 6

Die Teilnahme eines Pfarrers oder einer Pfarrerin an einer Weiterbildung bedarf einer gesonderten Beantragung und Genehmigung durch den Kirchenpräsidenten oder die Kirchenpräsidentin.
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§ 7

( 1 ) 1 Unabhängig von mehrtägigen Fortbildungsveranstaltungen können Pfarrer und Pfarrerinnen ein Kontaktstudium von maximal einem Semester durchführen. 2 Die Durchführung eines Kontaktstudiums bedarf der vorherigen Genehmigung durch das Moderamen der Gesamtsynode nach Rücksprache mit dem betroffenen Kirchenrat/Presbyterium und dem Moderamen der Synode.
( 2 ) 1 Für die Dauer des Kontaktstudiums wird Dienstbefreiung gewährt. 2 Die Gesamtsynodalkasse trägt zwei Drittel der Kosten des Kontaktstudiums, höchstens jedoch 2.500,00 €.
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§ 8

Diese Verordnung tritt am 1. Oktober 2010 in Kraft.